die Allgäuer Drachen
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Die Zucht der Leopardgeckos

Zucht heißt nicht, dass man Tiere einfach nur verpaart, man sollte darauf achten, dass man sinnvolle Gruppen zusammensetzt und auch auf die Gesundheit der Tiere Rücksicht nehmen. So ist es wichtig, darauf zu achten, dass weibliche Leopardgeckos nicht jünger wie ca. 18 Monate sind und mindestens ein Gewicht von 50g haben. Besser ist es, wenn sie mehr wiegen, denn man sollte bedenken, dass die Eiablage die Tiere recht auszehrt. Daher sind gute Reserven bei den Weibchen wichtig. Außerdem sollte man nur gesunde Tiere miteinander verpaaren, daher sind auch hier regelmäßige Kotuntersuchungen unerlässlich. Es gibt Krankheiten, die sich vom Muttertier auf das Jungtier übertragen können. Gerade nach dem Schlupf wenn das Jungtier an der Eierschale lecken sollte.
 

Wenn man eine Gruppe zusammenstellt, sollte man darauf achten, dass das Männchen nicht zu früh zu den Weibchen dazugesetzt wird. Auch kann man das Männchen nach einer gewissen Zeit aus dem Terrarium der Gruppe in ein Einzelbecken setzen. Dann haben die Weibchen weniger Stress durch das liebeshungrige Männchen. Denn diese wollen sich ja weiter paaren und bedrängen die Weibchen durchgehend bis ans Ende der Paarungssaison. Das bedeutet für die Weibchen sehr viel Stress. Außerdem ist es auch nicht förderlich für die Gesundheit der Tiere, wenn sie zu viele Gelege in einer Saison haben. Auch wenn die Leopardgeckos den Samen speichern können, so ist aber bei einem getrennt sitzenden Männchen der Stress auf die Weibchen entschärft.

 

Nach der Winterruhe, die wichtig für die Gesundheit der Tiere ist und Einfluss auf das Paarungsverhalten hat,  dauert es oft noch einige Wochen, bis das Männchen sich erfolgreich mit den Weibchen paart. Ist dies aber geschehen, dauert es ca. 2-4 Wochen, bis das erste Gelege zu finden ist. Danach legen die Weibchen im Abstand von ca. 2-4 Wochen weitere Gelege. Sind die Weibchen noch sehr jung bzw. sind es die ersten Gelege der Weibchen, sind die ersten Gelege sehr oft unbefruchtet. Dies erkennt man an der Farbe und der Konsistenz der Eier. Wachseier (so nennt man unbefruchtete Gelege) sind eher gelblich und recht weich, eben wachsartig wenn man sie anfasst. Befruchtete Gelege sind hingegen sehr weiß und etwas fester.

 

Um den Weibchen die Eiablage zu erleichtern, sollte man auf jeden Fall mehrere Wetboxen aufstellen. Diese sollten auch in unterschiedlichen Temperaturzonen des Terrariums stehen. Diese Wetboxen können einfache Plastikdosen sein, bei denen man in den Deckel ein Loch schneidet und sie mit Sphagnummoss oder Cocoshumus füllt, welches man ein wenig feucht hält. Legen Weibchen ihre Eier in der Wasserschale ab, so bedeutet das fast immer, dass kein anderer geeigneter feuchter Platz im Terrarium vorhanden ist. Sind die Eier einfach so im Terrarium abgelegt, sind es meist auch unbefruchtete Gelege, die man entsorgen kann.

 

Hat man nun die ersten Eier entdeckt, sollte man diese in geeignetes Brutsubstrat überführen. Wir bevorzugen Vermiculite, welches wir im Verhältnis 1:1 mischen. D.h. wir nehmen 100g Vermiculite und 100g lauwarmes Wasser. Natürlich passen in eine Heimchendose, in die wir die Eier legen, keine 100g, deswegen nehmen wir für die Dosen ca. 20g Vermiculite und 20g Wasser. So wird das Substrat nicht zu feucht und die Eier gedeihen darin sehr gut. Um zu testen, ob das Substrat nicht zu nass ist, kann man es zwischen Daumen und Zeigefinger etwas ausdrücken. Kommt kein Wasser heraus, ist das Substrat nicht zu nass. Aber wir haben die genannte Mischung von einer befreundeten Züchterin und sie hat sehr gute Erfahrungen gemacht. Außerdem mischen wir etwas Aktivkohle unter das Substrat, bzw. streuen wir es um die Eier. Das verhindert Schimmel in der Brutdose.

 

Sind die Eier nun in der Heimchendose mit dem Vermiculite kommen sie in den Inkubator. Dieser sollte bereits einige Tage Probegelaufen sein, um auf eventuelle Temperaturschwankungen vorher zu reagieren, bzw. um ihn stabil laufen zu haben.

Möchte man auf Weibchen inkubieren, sollte die Bruttemperatur bei ca. 26,5°C liegen. Bei etwa 30,5°C schlüpfen fast zu gleichen Teilen Männchen wie Weibchen und bei ca. 32°C schlüpfen die sogenannten „heißen Weibchen“ oder auch „heiß gezeitigten Weibchen“. Diese verhalten sich als adulte Tiere dann sehr dominant und aggressiv sowohl Männchen wie auch Weibchen gegenüber. Auch entwickeln diese „heißen Weibchen“ breitere Köpfe und deutlich sichtbare Präanalporen.

 

Dann ist es noch wichtig, den Weibchen nach der Eiablage reichhaltige Nahrung zu geben. Dazu gehören Wachsmottenlarven, Rosenkäferlarven oder Babymäuse (diese sollten nicht älter wie 2 Tage sein). Auch sollte man darauf achten, dass die Tiere bereits während der Trächtigkeit ausreichend mit Calzium versorgt werden, um eine gute Reifung des Geleges zu gewährleisten. Wir haben beobachtet, dass die Tiere vermehrt an die immer zur Verfügung stehende Sepiaschale gehen.

Außerdem sollte man nach der Ablage des Geleges darauf achten, dass die Tiere relativ schnell etwas Trinken, da sie dehydriert sein können. Zu diesem Zweck lasse ich unsere Weibchen, sobald sie das erste Mal aus der Wetbox kommen, Wasser von meinen Fingern schlecken. Meist gehen sie aber von alleine sehr schnell zum Wassernapf und trinken selbständig.

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